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Bunter Gaukler sucht Winterquartier

08.11.2017

C-Falter

Wenn die Tage langsam kürzer werden, die Sonne sich rar macht und dicke Nebel über Wiesen wabern, ist dies ein untrügliches Zeichen des nahenden Herbstes. Der Herbst ist nicht nur die Zeit, in der viele Pflanzen ihr Wachstum drosseln, Säugetiere sich auf ihren Winterschlaf vorbereiten und Menschen den warmen Kamin der Terrasse vorziehen, sondern auch die Zeit, in der die bunten Gaukler des Sommers, die Schmetterlinge, sich auf den kommenden Winter vorbereiten. Um die kalte und dunkle Jahreszeit zu überstehen, haben Schmetterlinge unterschiedliche Strategien entwickelt. Während einige Gaukler, fast wie Zugvögel, eine lange und gefährliche Reise gen Süden auf sich nehmen, überwintern andere Falter hierzulande in verschiedenen Entwicklungsstadien. So findet sich etwa die Raupe des „Kleinen Feuerfalters“ im Winter gerne auf Blättern von verschiedenen Ampferarten. Andere Falter wiederum, darunter der „C-Falter“, der an einem hellen „C“ auf den Flügeln zu erkennen ist, verbringen den Winter als adulte Tiere im Verborgenen in den Scharten von grober Baumrinde.

Manche Schmetterlinge kommen als Puppe durch die frostige Jahreszeit. Um die bunten Gaukler mit den ersten wärmeren Sonnenstrahlen begrüßen zu können, sollten Gartenbesitzer ihren Garten deshalb vielseitig gestalten, da er so ausreichend Winterquartiere für die Schmetterlinge bereithält.

Häufig finden sich immer wieder Schmetterlinge, die mit den letzten Sonnenstrahlen durch geöffnete Fenster, Türen und Dachluken in Gebäude geflattert sind. Handelt es sich um Räume, die auch im Winter nicht beheizt werden oder um Dachböden, Keller oder Schuppen, so sollten die Tiere dort einfach belassen werden. Schmetterlinge können unproblematisch in unbeheizten Räumen überwintern und richten keinen Schaden an. Sehr viel problematischer verhält es sich, wenn die Schmetterlinge in Räumen gefunden werden, die beheizt werden müssen. Dann sollten sie sehr vorsichtig – etwa mit einem umgestülpten Glas und einem Blatt Papier – aufgenommen und umgesetzt werden. Sitzen die Tiere beispielsweise in einer Gardine, so ist es fast unmöglich, sie zu entfernen, ohne sie zu verletzen, weil die dünnen Beinchen zumeist Schaden nehmen. Nach der Entfernung sollten die Schmetterlinge dann in einen kühlen Raum gebracht werden. Voraussetzung für diesen alternativen Überwinterungsplatz ist allerdings, dass er bereits im zeitigen Vorfrühling wieder geöffnet wird, damit die Schmetterlinge ausfliegen können. Denn so mancher in guter Absicht auf einen kühlen Dachboden gebrachte Falter stirbt im Frühjahr, weil er keinen Ausschlupf findet.





Stachelhäuter suchen Winterquartiere

08.11.2017

Artikelbild

Igel

Für Igel heißt es derzeit „Futtern was das Zeug hält“. Denn bis die Temperaturen dauerhaft um den Gefrierpunkt liegen und sich auch die letzten die Tiere zum Winterschlaf zurückziehen, müssen sie sich den notwendigen Fettvorrat anfressen. Viele Igelfreunde fragen sich, was man im Herbst mit aufgefundenen und vermeintlich hilflosen jungen Igeln tun soll. Gerhard Eppler, Landesvorsitzendes des NABU Hessen, rät dazu, die Tiere nicht einfach mitzunehmen: „Jungigel haben im Freiland wesentlich bessere Überlebenschancen, als viele meinen.“ Anhand einiger Tipps erkennen Finder rasch, ob Hilfe nötig ist und wie sie am besten eingreifen können.

Igel gehören zu den bekanntesten und beliebtesten heimischen Tieren überhaupt: Sie sind putzig, wirken behäbig und sind Dank ihres Stachelkleides dennoch wehrhaft. Im Herbst suchen sie sich ein behagliches Versteck für ihren Winterschlaf. Als letztes verkriechen sich junge Igel ab Anfang November im Laub. Sie brauchen mehr Zeit als ihre Eltern, um sich ein ausreichendes Winterschlafgewicht anzufressen. Wenigstens 500 Gramm sollte ein junger Igel wiegen, um den ersten Winter aus eigener Kraft zu überstehen. In den kühler werdenden Tagen sind Igel entgegen ihren sonstigen Gewohnheiten auch tagsüber aktiv. „Die Tiere fressen sich ihren Winterspeck an und legen dabei bis zu 50 Gramm pro Woche zu. Die Nächte reichen für die Futtersuche alleine nicht aus“, erklärt der Biologe Eppler.

Eine zu große Sorge um die Stachelhäuter ist allerdings unbegründet. Erst mit einem größeren Kälteeinbruch besteht für untergewichtige oder herumirrende Tiere die Gefahr, für den Winterschlaf nicht ausreichend gerüstet zu sein. Im Zweifel sollte man junge Igel einige Zeit beobachten oder vor Ort mit etwas hingestelltem Hunde- bzw. Katzentrockenfutter unterstützen. Igel dürfen auf keinen Fall mit Milch gefüttert werden. Der Milchzucker führt bei ihnen zu schmerzlichen Koliken und krank machendem Durchfall. Junge Igel können daran sterben.

Wenn die Bodentemperaturen langfristig auf null Grad und darunter sinken, ziehen sich Igel komplett zurück. Erst zu dieser Zeit sollten noch herumstreunende Igel, die einen kranken oder untergewichtigen Eindruck machen, aufgenommen und in sachkundige Hände bei Igelstationen oder Tierheimen abgegeben werden. Fast alle aufgefundenen Igel leiden unter inneren Parasiten, die sich unter Pflegebedingungen sogar vermehren und gegen die sie behandelt werden müssen. Verletzte Igel sind am besten beim Tierarzt oder in einer Igelstation aufgehoben. Die medizinische Behandlung ist in der Regel kostenlos.

Igeln ist am besten mit einer naturnahen Gestaltung des Gartens geholfen. Ein naturfreundlicher Garten bietet nicht nur gute Versteckmöglichkeiten in Laub- und Reisighaufen, sondern mit Regenwürmern, Schnecken und Käfern auch viel geeignete Igelnahrung. Eine selbst gebaute „Igelburg“ bietet den Tieren ein optimales Winterquartier. Sie besteht aus einem einfachen Holzkasten, der mit ausreichend Laub und Reisig überdeckt wird. Für Kinder ist das Bauen einer Igelburg eine spannende Naturschutzaktion.

 

 

Herbstlicher Lebensspender

08.11.2017 - Blühenden Efeu nicht beschneiden

Eine Umfrage unter Bienen, Wespen und Schmetterlingen würde dem Efeu sicher allerbeste Beliebtheitswerte bringen. Blüht die Kletterpflanze doch erst, wenn sonst nur noch wenige Nektarquellen zur Verfügung stehen. Praktisch alles, was sechs Beine hat, kommt im Herbst hier vorbei.

Düsternis und Tod. Efeu hat nicht gerade den Ruf einer besonders „aufheiternden“ Pflanze, gedeiht er mit seinen dichten dunkelgrünen Blättern doch vor allem an schattigen Mauern und wuchert über Gräbern. Zur Zeit der alten Ägypter, Griechen und Römer dagegen war bei Efeu Party angesagt. Ob Osiris, Dionysos oder Bacchus – im Altertum galt Efeu durchweg als Symbol der fröhlich feiernden Götter und ihrer Gelage. Ebenso oft wie mit Weinlaub stellte man sie deshalb mit Efeu bekränzt dar.

Ewige Treue

Nun kann man aus den für den Menschen giftigen Efeufrüchten gewiss keine berauschenden Getränke brauen. Doch schon früh entdeckte man die medizinische Wirkung des Efeus, vor allem als Hustenlöser war er beliebt und wird er noch heute benutzt. Wie man seit kurzem weiß – Forscher der Uni Bonn fanden es heraus – wirkt das im aus Blättern gewonnenen Efeu-Extrakt enthaltene Alpha-Hederin auf unser Nervensytem. Dabei werden die Atemwege angeregt, schleimlösende Stoffe zu produzieren, und gleichzeitig kommt es zu einer Erweiterung der Bronchien.

Die Verbindung Grabbewuchs und Todessymbol beruht auf einem modernen Missverständnis. Vielmehr wurde Efeu ursprünglich wegen seiner immergrünen Blätter als Symbol des ewigen Lebens und der den Tod überwindenden ewigen Treue angepflanzt. In der Sage von Tristan und Isolde sollen sich die unglücklich Liebenden im Tod schließlich in Form zweier zusammenwachsender Efeupflanzen vereint haben.

Auch eine Umfrage unter Bienen, Wespen und Schmetterlingen würde dem Efeu sicher allerbeste Beliebtheitswerte bringen. Blüht die Kletterpflanze doch erst, wenn sonst nur noch wenige Nektarquellen zur Verfügung stehen; meist ab Ende August und dann bis in den November oder sogar Dezember hinein. Die in einer Halbkugel angeordneten, unscheinbar gelbgrünen Blüten sind völlig offen, so dass Besucher aller Art einen offen gedeckten Tisch vorfinden. Praktisch alles, was sechs Beine hat, kommt im Herbst hier vorbei, von Ameisen über Fliegen, Schwebfliegen aller Art, Wespen, Bienen und Falter. Selbst Marienkäfer weichen nun mangels Blattläusen gerne auf energiereichen Blütennektar um.

Letztes Gnadenbrot

Unter den Schmetterlingen fallen vor allem die schwarz-rot-weißen Admirale auf, die man auch an Fallobst findet. Grundsätzlich kann man an Efeu aber fast alle Falter finden, die noch spät im Jahr unterwegs sind, also etwa Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs, die beide als erwachsene Falter überwintern, oder auch der Distelfalter, der ähnlich wie ein Teil der Admirale als Wanderfalter jetzt wieder Richtung Süden fliegt.

Für manche Insekten ist der Efeu-Nektar das letzte Gnadenbrot. Während Ameisen die kalte Jahreszeit unterirdisch verbringen und Marienkäfer ebenfalls Verstecke aufsuchen, überwintern bei den Faltenwespen nur die Königinnen. Die Männchen, ebenso wie alle Arbeiterinnen, sterben im Herbst.

Auch nach dem Verblühen ist der Efeu eine wichtige Nahrungsquelle. Die im Winter blauschwarz heranreifenden Früchte werden vor allem von Staren, Amseln und anderen Drosseln gerne gefressen. Bis Efeu zur Blüte kommt, dauernd es allerdings acht bis zehn Jahre.

Efeu kann mehr als 200 Jahre alt werden und über 20 Meter hoch klettern. Die in der Jugend langsam wachsende, später aber bis jährlich zwei Meter treibende Pflanze bildet zunächst ausschließlich Klettertriebe mit den typischen drei- bis fünflappigen Blättern aus. Erst im Alter bilden sich oben überhängende, kletterwurzelfreie Blütentriebe mit rundlichen Blättern. Efeu lässt sich mit Stecklingen einfach vermehren.

Vorsicht bei Vermehrung aus Stecklingen

Doch Achtung: Stecklinge aus Blütentrieben entwickeln niemals Kletterwurzeln, sie eigenen sich nur als Bodendecker. Efeu ist übrigens „lichtscheu“, das heißt, die Triebe wachsen zur vom Licht abgewandten Seite. Deshalb gedeiht er im Halbschatten und Schatten besser als in gleißender Sonne oder an strahlend hellen Wänden.

Helge May

 

 

Laubfall - Zeit der Farbenvielfalt

08.11.2017 - Blätter sind jetzt noch einmal hochaktive „Chemielabore“

Herbstzeit ist Laubzeit. Einige sehen im Blätterregen eine Belastung - Gartenbesitzer holen Harken aus dem Schuppen und Autofahrer müssen jetzt beson­ders achtsam auf glitschigen Landstraßen sein. Der Naturschutzbund NABU weist dagegen auf die wunderschöne Farbenpracht hin, mit der sich die Natur von der Vegetationsperiode verabschiedet. Schon bevor der Frost die Stoffkreisläufe in den Blättern stoppt, beginnt in ihnen der Abbauprozess als Vorbereitung auf den Winter. Die abnehmenden Tageslängen steuern diesen Prozess. Die Blätter sind kurz vor der Winterruhe noch höchst aktive Chemielabore. Die grünen Chlorophylle, eine Art ‘Sonnenkollektor’ der Pflanzenzellen, werden jetzt nicht mehr gebraucht. Beim Abbau müssen die Pflanzen jedoch sehr vorsichtig zu Werke gehen, denn Chlorophylle sind reaktive Verbindungen, die andere Zellbestandteile an­greifen können.

Wenn das Chlorophyll abgebaut ist, kommen die Carotinoide zum Vorschein, die vorher vom Blattgrün überdeckt wurden. Sie färben die Blätter so prächtig herbstlich, wie es Dichter, Maler und Fotografen immer wieder versucht haben einzu­fangen.Carotinoide machen die Blätter gelb, rote Farbtöne entstehen durch Anthocyane, und braune Tönungen durch wasserlösliche Farbstoffe, die erst nach dem Absterben der Blätter auftreten. Die Abbauprodukte werden von den Bäumen wiederverwertet. In Rinde, Holz oder Wurzeln zwischengelagert, dienen sie im nächsten Frühjahr als Treibstoff bei der Bildung neuer Blätter.

Zwischen dem Zweig und der Basis des Blattstiels wird im Herbst eine Trennschicht aus Kork gebildet. Beim nächsten Windstoß trudelt das Blatt zum Boden und dient Abertausenden von winzigen Tierchen und Bakterien als Nahrung. Viele Kleintiere be­völkern die Laubstreu. Von den gut zu beobachtenden Asseln, Schnur- und Tausend­füßlern bis hin zu winzigen Laubzersetzern - den Destruenten. Sie zerlegen die Blätter wieder in die ursprünglichen Mineralstoffe, aus denen der Baum sie mit Hilfe der Sonnenenergie vor einem Jahr gebaut hat: ein perfekter Kreislauf.

Für die Natur ist der Laubfall deshalb sehr wichtig. Auch dient die Laubschicht als Puffer vor den Einwirkungen durch das Klima. Unter dem Laub ist der Boden vor Austrocknung weitgehend geschützt, Hagel- und Regenschlag können die empfindliche Humusdecke nicht zerstören und auch die zerstörerische UV-Strahlung der Sonne wird durch die alten Blätter gebremst.

Das Laub schützt aber nicht nur den Lebensraum Boden. Der NABU rät, Laub liegen zu lassen und nicht aus dem „Ökosystem Garten“ zu entfernen. Das Herbstlaub zu Haufen zu­sammenzukehren und es liegen zu lassen ist wenig schädlich. Dadurch gibt man Igel, Schmetterlingen und andere Gartenbewohnern eine Chance und einen Lebensraum.

 

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