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Empfehlenswerte Bücher

13.11.2016 - von NABU-MK-Mitgliedern

Der NABU Märkischer Kreis besitzt in seinen Reihen nicht nur Experten, die sich in der Praxis in unterschiedlicher Weise gut auskennen. So sorgt der NABU dafür, dass unsere heimische Presse mit interessanten Artikeln versorgt wird. Wir haben aber auch in den letzten Jahren einige Autoren in unseren Reihen, die hervorragende Fachbücher bzw. Bildbände herausgegeben haben. Diese möchten wir hier kurz vorstellen:

1. Friedrich Petrasch, OG Altena-Nachrodt: Im schönsten aller Täler

Das Lennetal zwischen Altena und Letmathe. Verschiedene Erkenntnisse werden hier zusammgefasst, um eine breitere Öffentlichkeit für diese Flußlandschaft zu begeistern und über die stille Erholung hinaus zu Naturerlebnissen zu verhelfen.

2. Heinz Kirchheiner, OG Iserlohn: Landschaft und Natur in Iserlohn

Dieser Bildband vermittelt dem Betrachter die Schönheiten und Landschaften Iserlohns, wie sie nur ein Natur- u. Umweltschützer mit wachen Sinnen vermitteln kann.

3. Dr. Ludwig Erbeling (Mitautor Bernd Grundmann), OG Plettenberg:

Das Bommecketaal in Plettenberg. Eine Monografie des NSG Bommecketal in Plettenberg. Das Werk befasst sich mit den erdgeschichtlichen und biologischen Strukturen. Ferner hinterfragen die Autoren, was mit unserem Wissen gemacht wird und welchen weiteren Schutz das Gebiet bedarf.

4. Georg Mieders, OG Hemer: Flora des nördlichen Sauerlandes

Der Autor beschreibt - mit 170 Farbfotos - die Pflanzenwelt des nördlichen Sauerlandes. In das Werk fließen mehr als 40 Jahre Geländearbeit und die Auswertung unzähliger Literatur- und Karteidaten ein.

Bunter Gaukler sucht Winterquartier

03.11.2016

Artikelbild

C-Falter, Foto: Ulf Baehker

Wenn die Tage langsam kürzer werden, die Sonne sich rar macht und dicke Nebel über Wiesen wabern, ist dies ein untrügliches Zeichen des nahenden Herbstes. Der Herbst ist nicht nur die Zeit, in der viele Pflanzen ihr Wachstum drosseln, Säugetiere sich auf ihren Winterschlaf vorbereiten und Menschen den warmen Kamin der Terrasse vorziehen, sondern auch die Zeit, in der die bunten Gaukler des Sommers, die Schmetterlinge, sich auf den kommenden Winter vorbereiten.

Um die kalte und dunkle Jahreszeit zu überstehen, haben Schmetterlinge unterschiedliche Strategien entwickelt. Während einige Gaukler, fast wie Zugvögel, eine lange und gefährliche Reise gen Süden auf sich nehmen, überwintern andere Falter hierzulande in verschiedenen Entwicklungsstadien. So findet sich etwa die Raupe des „Kleinen Feuerfalters“ im Winter gerne auf Blättern von verschiedenen Ampferarten. Andere Falter wiederum, darunter der „C-Falter“, der an einem hellen „C“ auf den Flügeln zu erkennen ist, verbringen den Winter als adulte Tiere im Verborgenen in den Scharten von grober Baumrinde.

Manche Schmetterlinge kommen als Puppe durch die frostige Jahreszeit. Um die bunten Gaukler mit den ersten wärmeren Sonnenstrahlen begrüßen zu können, sollten Gartenbesitzer ihren Garten deshalb vielseitig gestalten, da er so ausreichend Winterquartiere für die Schmetterlinge bereithält.

Häufig finden sich immer wieder Schmetterlinge, die mit den letzten Sonnenstrahlen durch geöffnete Fenster, Türen und Dachluken in Gebäude geflattert sind. Handelt es sich um Räume, die auch im Winter nicht beheizt werden oder um Dachböden, Keller oder Schuppen, so sollten die Tiere dort einfach belassen werden. Schmetterlinge können unproblematisch in unbeheizten Räumen überwintern und richten keinen Schaden an. Sehr viel problematischer verhält es sich, wenn die Schmetterlinge in Räumen gefunden werden, die beheizt werden müssen. Dann sollten sie sehr vorsichtig – etwa mit einem umgestülpten Glas und einem Blatt Papier – aufgenommen und umgesetzt werden. Sitzen die Tiere beispielsweise in einer Gardine, so ist es fast unmöglich, sie zu entfernen, ohne sie zu verletzen, weil die dünnen Beinchen zumeist Schaden nehmen. Nach der Entfernung sollten die Schmetterlinge dann in einen kühlen Raum gebracht werden. Voraussetzung für diesen alternativen Überwinterungsplatz ist allerdings, dass er bereits im zeitigen Vorfrühling wieder geöffnet wird, damit die Schmetterlinge ausfliegen können. Denn so mancher in guter Absicht auf einen kühlen Dachboden gebrachte Falter stirbt im Frühjahr, weil er keinen Ausschlupf findet.

Stachelhäuter suchen Winterquartiere

03.11.2016

Artikelbild

Igel

Für Igel heißt es derzeit „Futtern was das Zeug hält“. Denn bis die Temperaturen dauerhaft um den Gefrierpunkt liegen und sich auch die letzten die Tiere zum Winterschlaf zurückziehen, müssen sie sich den notwendigen Fettvorrat anfressen. Viele Igelfreunde fragen sich, was man im Herbst mit aufgefundenen und vermeintlich hilflosen jungen Igeln tun soll. Gerhard Eppler, Landesvorsitzendes des NABU Hessen, rät dazu, die Tiere nicht einfach mitzunehmen: „Jungigel haben im Freiland wesentlich bessere Überlebenschancen, als viele meinen.“ Anhand einiger Tipps erkennen Finder rasch, ob Hilfe nötig ist und wie sie am besten eingreifen können.

Igel gehören zu den bekanntesten und beliebtesten heimischen Tieren überhaupt: Sie sind putzig, wirken behäbig und sind Dank ihres Stachelkleides dennoch wehrhaft. Im Herbst suchen sie sich ein behagliches Versteck für ihren Winterschlaf. Als letztes verkriechen sich junge Igel ab Anfang November im Laub. Sie brauchen mehr Zeit als ihre Eltern, um sich ein ausreichendes Winterschlafgewicht anzufressen. Wenigstens 500 Gramm sollte ein junger Igel wiegen, um den ersten Winter aus eigener Kraft zu überstehen. In den kühler werdenden Tagen sind Igel entgegen ihren sonstigen Gewohnheiten auch tagsüber aktiv. „Die Tiere fressen sich ihren Winterspeck an und legen dabei bis zu 50 Gramm pro Woche zu. Die Nächte reichen für die Futtersuche alleine nicht aus“, erklärt der Biologe Eppler.

Eine zu große Sorge um die Stachelhäuter ist allerdings unbegründet. Erst mit einem größeren Kälteeinbruch besteht für untergewichtige oder herumirrende Tiere die Gefahr, für den Winterschlaf nicht ausreichend gerüstet zu sein. Im Zweifel sollte man junge Igel einige Zeit beobachten oder vor Ort mit etwas hingestelltem Hunde- bzw. Katzentrockenfutter unterstützen. Igel dürfen auf keinen Fall mit Milch gefüttert werden. Der Milchzucker führt bei ihnen zu schmerzlichen Koliken und krank machendem Durchfall. Junge Igel können daran sterben.

Wenn die Bodentemperaturen langfristig auf null Grad und darunter sinken, ziehen sich Igel komplett zurück. Erst zu dieser Zeit sollten noch herumstreunende Igel, die einen kranken oder untergewichtigen Eindruck machen, aufgenommen und in sachkundige Hände bei Igelstationen oder Tierheimen abgegeben werden. Fast alle aufgefundenen Igel leiden unter inneren Parasiten, die sich unter Pflegebedingungen sogar vermehren und gegen die sie behandelt werden müssen. Verletzte Igel sind am besten beim Tierarzt oder in einer Igelstation aufgehoben. Die medizinische Behandlung ist in der Regel kostenlos.

Igeln ist am besten mit einer naturnahen Gestaltung des Gartens geholfen. Ein naturfreundlicher Garten bietet nicht nur gute Versteckmöglichkeiten in Laub- und Reisighaufen, sondern mit Regenwürmern, Schnecken und Käfern auch viel geeignete Igelnahrung. Eine selbst gebaute „Igelburg“ bietet den Tieren ein optimales Winterquartier. Sie besteht aus einem einfachen Holzkasten, der mit ausreichend Laub und Reisig überdeckt wird. Für Kinder ist das Bauen einer Igelburg eine spannende Naturschutzaktion.

Insektensterben statt Bienentanz

03.11.2016 - Wissenschaftler fordern Sofortmaßnahmen gegen den rasanten Artenschwund

Ganze Landstriche ohne bestäubende Insekten – in China ist das schon heute Wirklichkeit. Dort müssen Pflanzen von Hand bestäubt werden. In wenigen Jahren könnte es auch in Deutschland so weit sein. Denn neueste Forschungsergebnisse zeigen: Der Bestand von Wildbienen und anderen Insekten ist drastisch gesunken.

Wenn der Trend beim Insektenschwund sich fortsetzt, sterben viele Arten in weniger als zehn Jahren aus. Die Folgen wären eine ökologische Katastrophe, die nicht zuletzt massive wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe für die Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion mit sich bringen würde. Daher verabschiedeten 77 Forscher bei einer Fachtagung des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart und der Universität Hohenheim eine Resolution an Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks. Sie fordern Sofortmaßnahmen, um den drastischen Rückgang von Wildbienen und anderen Insekten zu stoppen.

Neonicotinoide schwächen Wildbienen

In ihrer Resolution verlangen die Forscher ein vollständiges Verbot von Insektengiften der Gruppe der Neonicotinoide bis zum wissenschaftlich sauberen Nachweis ihrer Umweltverträglichkeit. Außerdem fordern sie Maßnahmen zur Erhöhung der Strukturvielfalt in der Kulturlandschaft wie eine Verbesserung des Blütenangebots sowie ein Langzeit-Monitoring von Insekten, insbesondere Wildbienen. Das soll ermöglichen, gefährdete Bestände zukünftig besser zu lokalisieren und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.

„Die Experten sind sich einig, dass nur durch schnelles Handeln zum Schutz der Insekten der Artbestand gerettet werden kann. Wir hoffen, dass durch unsere Resolution in der Öffentlichkeit der Ernst der Lage erkannt wird und die Politik Maßnahmen ergreift“, so Dr. Lars Krogmann vom Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart.

Um die Jahrtausendwende wurden verstärkt neuartige Insektenvernichtungsmittel eingesetzt: Sie enthalten Neonicotinoide – hochwirksame Pestizide gegen Insekten. Sie gelten als neues Mittel der Wahl gegen Blatt- und Schildläuse, Schmetterlinge, Zikaden und Käfer. Auf Honigbienen zeigte das Nervengift zunächst keine tödliche Wirkung. Daher sahen die Verantwortlichen auch keinen Grund, die neuen Pestizide nicht zuzulassen. Mittlerweile gibt es jedoch zahlreiche Untersuchungen, die Langzeitwirkungen aufzeigen und eine Anreicherung von Neonicotioniden in Ackerböden selbst bei vorschriftsgemäßer Anwendung.

Rückgänge um bis zu 75 Prozent in nur zehn Jahren

Eine aktuelle Studie weist nach, dass die Bestände bestimmter Wildbienenarten, die bereits auf der Roten Liste der bedrohten Arten stehen, drastisch zurückgehen: „In manchen Gegenden um bis zu 75 Prozent in einem Zeitraum von zehn Jahren“, erklärt der Tierökologe Prof. Dr. Johannes Steidle von der Universität Hohenheim. „Das ist Alarmstufe Rot.“ Die Insekten sterben nicht sofort. „Aber offenbar sind sie geschwächt. Ihre Lernfähigkeit ist vermindert, sie können nicht mehr so gut riechen, und es wurde beobachtet, dass bei Honigbienen der Bienentanz gestört ist.

Die Folge ist, dass die Populationsgröße immer weiter abnimmt. Wildbienenarten sind aber für die Bestäubung extrem wichtig. Andere parasitische und räuberische Insektenarten sorgen für ein natürliches ökologisches Gleichgewicht, damit Schadorganismen nicht Überhand nehmen. Diese biologische Kontrolle ist in Gefahr“, so Prof. Dr. Steidle.

Forschungsergebnisse der letzten Jahre belegen, dass vor allem die modernen Formen der Landwirtschaft zum Insektensterben beitragen. „Kollegen aus Nordrhein-Westfalen untersuchen Insektenbestände über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren und beobachten, dass immer mehr Arten aussterben und die Insektenzahl insgesamt zurückgeht“, sagt der Insektenkundler Dr. Krogmann. Die intensive Landwirtschaft führt nicht nur dazu, dass sich die strukturelle Vielfalt der Landschaft reduziert, was fatale Auswirkungen auf die Biodiversität hat. Auch Überdüngung und der Einsatz von Pestiziden setzt den Insektenbeständen zu. Diese Entwicklung hat sich seit der Jahrtausendwende dramatisch beschleunigt, wie die neuesten Auswertungen zeigen.

Die Resolution zum Schutz der Insekten wurde am 25. Oktober 2016 bei der 12. Hymenopterologen-Tagung verabschiedet, einer Fachtagung zum Thema Hautflügler. Die Hymenopterologen-Tagung ist die wichtigste Plattform der mitteleuropäischen Experten für Hautflügler und findet alle zwei Jahre statt. Sie dient neben der Präsentation aktueller Forschungsergebnisse auch dem Informations- und Erfahrungsaustausch, der Öffentlichkeitsarbeit und der Netzwerkbildung zwischen den Wissenschaftlern.

Hautflügler sind mit rund 10.000 Arten eine der artenreichsten Tiergruppen in Deutschland, dazu gehören unter anderem zu denen Bienen, Wespen und Ameisen. Sie haben eine wichtige ökonomische Bedeutung als Blütenbestäuber – vor allem die Wildbienen – und nehmen als Gegenspieler von pflanzenfressenden Insekten eine ökologische Schlüsselrolle ein (vor allem Ameisen und parasitische Wespen).

 

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http://www.naturschutzzentrum-mk.de/streuobst.html

http://www.obst-auf-raedern.de/index.html

 

 

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