Über Uns

Der NABU Märkischer Kreis hat sich seit seiner Gründung 1974 kontinuierlich fortentwickelt. Damals noch als Bund für Vogelschutz für die gefiederten Freunde in unserer Landschaft schwerpunktmäßig arbeitend, kamen immer mehr Aufgaben auf uns zu, so dass die ganze Breite des Natur- u. Umweltschutzes im Verein sowohl theoretisch als auch praktisch ihren Niederschlag fanden. So war es nur konsequent, dass mit dem Gesamt-NABU in Deutschland auch unser Verein im Jahre 1992 den Namen Naturschutzbund Deutschland, Märkischer Kreisverband, annahm. Wir sind wegen ausschließlicher und unmittelbarer Förderung des Tier- und Naturschutzes als gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt.

Unsere Tätigkeiten bestehen im Schutz der wildlebenden Tiere sowie den Natur- u. Artenschutz vor Ort. Beim Artenschutz, speziell für die Vogelwelt als besonders auffällige und sensible Gruppe, sorgen wir für den Schutz der Brutbiotope. Darüber hinaus betreiben wir Artenschutz für die übrige Tierwelt (z.B. Amphibien, Reptilien, Fledermäuse, Libellen). Allgemein möchten wir einen Wandel im Bewusstsein der Bevölkerung und Entscheidungsträgern erreichen, der ein langfristiges, möglichst ungestörtes Zusammenleben von Mensch und Natur ermöglicht.

Wir betreiben also einen umfassenden Naturschutz im Märkischen Kreis. Hierzu gehören auch der Schutz und Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen für Mensch, Tier und Pflanze als Teile des Gesamtgefüges der Natur. Darüber hinaus befürworten wir alle Möglichkeiten des technischen Umweltschutzes, ohne sich jedoch mit dem Kurieren von Symptomen zufrieden zu geben. Unsere Schwerpunkte des Biotopschutzes sind u.a.: Erhaltung und Gestaltung von Feuchtgebieten (Moore, nasse Wiesen, Teiche); Erhaltung, Pflege und Neuschaffung von Hecken, Knicks, Feldgehölzen und Brachflächen; Erhaltung und Pflege von Altholzbeständen (Altholzinseln), Naturwaldzellen, Streuobstwiesen.

Den Schutz dieser wertvollen Landschaftselemente erreichen wir durch

  •  Biotopmanagement in Schutzgebieten (Landschaftsplanung, Gestaltung, Pflegemaßnahmen, Mittelbeschaffung, Öffentlichkeitsarbeit);
  • Ausweisungsanträge für neue Schutzgebiete;
  • Erwerb und Pacht von schutzwürdigen Flächen;
  • Zusammenarbeit mit Land- und Forstwirtschaft mit dem Ziel einer schonenden bzw.
  • einer naturnahen und standortgerechten Bewirtschaftung von land- und forstwirtschaftlichen Nutzflächen.

Unsere praktischen Arbeiten der NABU-Orts-u.-Jugendgruppen im Märkischen Kreis sind u.a. biologische u. chemische Gewässeruntersuchungen, Maßnahmen zum Schutz der Wasseramsel u. Eisvogel sowie Überprüfungen von Bachabschnitten. Eulenschutz, insbes. für Steinkauz u. Schleiereule, jährl. Bestandsaufnahme, Anbringen von Nisthilfen (kontrollieren, reinigen, betreuen) Nisthilfen für den Waldkauz, Mauerseglerschutzprojekt (über Jahre).

Pflege und Erhaltung von Kopfweiden. Pflege, Erhaltung u. Erneuerung von Streuobstwiesen, Pflanzen von Obstbäumen, in diesem Zusammenhang versuchen wir, Obstwiesenbesitzer zu überzeugen, dass Streuobstwiesen angelegt werden. In den letzten drei Jahren haben wir ca. 800 Obstbäume gepflanzt. Jährliche Schutzmaßnahmen für Amphibien (Frösche, Kröten, Molche) Heckenpflanzaktionen (in den vergangenen Jahren haben wir ca.400 m Hecken an geeigneten Stellen gepflanzt (Schlehe, Weißdorn, Haselstrauch, Heckenrose, Hartriegel, also heimische Pflanzen). Anlegen von Teichen, Tümpeln. Kleinere angelegte Biotope müssen gepflegt werden (Nisthilfen für Solitärbienen etc.). Fledermausschutz (hier sind an geeigneten Stellen Fledermauskästen aufgehängt). Unterschiedliche Arbeiten in unseren NABU-Schutzgebieten oder auf den 27 ha umfassenden, von uns, teilweise mit Landesmitteln gekauften Grundstücken.

Wanderfalkenschutz mit befreundeten anderen Naturschutzverbänden (der Wanderfalke war im MK ausgestorben, jetzt siedelt er sich wieder an durch gezielte Schutzmaßnahmen) INFO-Stände, Wanderausstellung. Darüber hinaus unternehmen einzelne Mitglieder Führungen u. Vorträge für Mitglieder und Nichtmitglieder.

So leisten unsere Mitglieder Jahr für Jahr mehrere 10.000 Stunden ehrenamtliche Arbeiten in ihrer Freizeit! Mitglieder von uns sind in folgenden Gruppen bzw. Organisationentätig:

§ 29-Arbeit (jetzt § 58-60 BNaturschG), Naturschutzzentrum Märkischer Kreis (wir sind Gründungsmitglied), Förderverein Naturschutz Märkischer Kreis, Umweltbeirat Iserlohn, Lüdenscheid etc., Beirat der unteren Landschaftsbehörde, Planungsbeirat RP Arnsberg.

Unser Verein hat sich mitgliedsmäßig an folgenden Institutionen angeschlossen: Naturschutzzentrum Märkischer Kreis, Förderverein Naturschutz Märkischer Kreis, Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände im MK, Kreisheimatbund MK, Förderverein NRW-Stiftung.

Heute haben wir im gesamten Märkischen Kreis etwa 2.170 Mitglieder, darunter viele Kinder- u. Jugendliche. Zur Unterstützung des Vorstandes haben wir in den Städten u. Gemeinden des Märkischen Kreises Vertrauensmänner und Vertrauensfrauen, die den Verein in den jeweiligen Städten schwerpunktmäßig vertreten. Diese Vereinsmitglieder bilden das Bindeglied in den Städten u. Gemeinden; mit ihren Aufgaben steuern sie die Naturschutz- u. Umwelttätigkeiten vor Ort. Die Kinder u. Jugendlichen (bis zum 27. Lebensjahr) sind in unseren Kinder- u. Jugendgruppen organisiert und werden von mehreren Frauen u. Männern des Vereins unter Leitung einer Jugendreferentin u. des verantwortlichen Kreisjugendwartes betreut. So bestehen in einigen Städten des Märkischen Kreises solche Kinder- u. Jugendgruppen. Die vornehmste Aufgabe des Vereins ist dabei, diese Kinder u. Jugendlichen an die Natur heranzuführen u. ihnen die Schönheiten ihrer Heimat bzw. vor Ort darzulegen. Aber auch Achtung u. Respekt vor der Kreatur, die Inhalte des breiten Spektrums von Tieren u. Pflanzen sowie den Schutz von Natur u. Landschaft spielend anzutragen, sind uns besonders wichtig.

Folgende Arbeitskreise, die sich speziell mit besonderen Arten schwerpunktmäßig befassen, haben wir gegründet: AK Amphibienschutz, AK Ornithologie u. Vogelschutz, AK Pilze, (in deren Reihen sind mittlerweile 3 Pilzsachverständige), AK Libellen u. Schmetterlinge, AK Bienen, Hummeln, Streuobstwiesen. Da wir aus der Tradition des Vogelschutzes hervorgegangen sind, freuen wir uns besonders über unsere Vogelschutzstelle in Lüdenscheid, die von einem Mitgliedsehepaar geleitet wird. Hier werden jährlich bis zu 100 verletzte u. kranke Vögel gepflegt. Aber auch Säugetiere sind hier schon gesund gepflegt worden, so u.a. Fledermäuse, Eichhörnchen, Steinmarder, Rehkitze, Haselmaus, Füchse, Igel, Feldhasen etc. Kosten hierfür fallen jährlich i. H. von 3-4.000 EURO an.

Zusammen mit dem Naturschutzzentrum des Märkischen Kreises, dem Förderverein des Märkischen Kreises u. der Wirtschaftsinitiative Nord des Märkischen Kreises haben wir Ende 2005 eine Stiftung mit dem Namen „Stiftung Märkisches Sauerland“ gegründet. Zu den Zielen der Stiftung gehört der Erhalt u. die Entwicklung einer artenreichen Kulturlandschaft, die praktische Durchführung von Pflege- u. Entwicklungsmaßnahmen mit Hilfe von Schafen, Rindern u. Pferden und nicht zuletzt auch das Erlebbarmachen von Natur und Umwelt (Umweltpädagogik). Ein Mittelpunkt dieser Tätigkeit ist unser Stiftungshof in Iserlohn-Kalthof. Hier wohnt auch unser Schäfer mit seinen über 600 Schafen, die für den Natur- u. Biotopschutz im Märkischen Kreis unterwegs sind.

Kontakt mit unseren Mitgliedern halten wir durch die jährliche Herausgabe unseres INFO-Magazins, das auch an Behörden, Firmen und andere Interessierte verteilt wird.

Wir sind sicher, dass unser Verein mit seinen Mitgliedern sehr viel für den notwendigen Natur u. den Umweltschutz im Märkischen Kreis leistet, aber auch für die hier wohnenden Menschen. Dies alles geht nur mit viel Geld; doch allein Mitgliedsbeiträge und Spenden reichen bei weitem nicht aus. Und so würden wir uns über Spenden besonders freuen, was wir auch als eine Anerkennung unserer notwendigen, aber auch schönen ehrenamtlichen Tätigkeiten zu schätzen wissen. Die Bewahrung der Schöpfung ist notwendiger denn je!!!

Stiftungshof
Unser Stiftungshof in Iserlohn-Kalthof

Kurzchronik des NABU-Nordrhein-Westfalen

50 Jahre NABU in NRW

Der NABU-Landesverband Nordrhein-Westfalen wurde am 23. April 1966 im Rahmen einer „Fusion“ der Landesgruppen Nordrhein und Westfalen gegründet, damals noch als Landesverband Nordrhein-Westfalen im Bund für Vogelschutz. Der NABU selbst ist schon deutlich älter. Er wurde bereits 1899 von Lina Hähnle ins Leben gerufen. Bundesweit benannte der Verein sich erst 1990 in Naturschutzbund um, 1992 wurde die Abkürzung NABU eingeführt.

Ziel der Gründungsmitglieder des NABU NRW um Clemens Maas, Franz J. M. Großen Born und Erich Münzer war eine besser organisierte und fachlich untermauerte Vereinsführung, um so ein starkes Fundament für den praktischen Vogelschutz zu schaffen. Zehn Jahre nach seiner Gründung zählte der Verein im Land rund 4.000 Mitglieder. Weitere zehn Jahre später waren es bereits gut 22.000.

1980 erhielt der damals noch Deutsche Bund für Vogelschutz in NRW als erster der drei landesweit tätigen Naturschutzverbände die Anerkennung nach §29 des Bundesnaturschutzgesetzes. 1983 wurde die Landessatzung in einigen Punkten neu gefasst. Unter anderem sollten zukünftig neben dem Landesvorsitzenden zwei Stellvertreter gewählt werden und so die Verbandsarbeit auf eine breitere Basis gestellt werden. 1989 erhielt die Naturschutzjugend die Anerkennung als Jugendorganisation nach dem Landesjugendplan. 1990 wurde aus dem Deutschen Bund für Vogelschutz der Naturschutzbund Deutschland. Diese Namensänderung spiegelte unter anderem die immer umfangreicheren Aufgaben und Aktivitäten wieder.

Ein weiterer Meilenstein war 1999 die Verlegung der Landesgeschäftsstelle des NABU und der NAJU NRW in die Landeshauptstadt Düsseldorf. Dies markierte auch nach außen das starke naturschutzpolitische Engagement des NABU NRW. Steigende Mitgliederzahlen und die Gründung mehrerer NABU-Einrichtungen im Rahmen des bundesweit einmaligen Netzes der Biologischen Stationen in NRW kennzeichnen diesen Zeitraum. Für den NABU stellt die Beteiligung an Biologischen Stationen oder die Gründung von Stationen in eigener Trägerschaft ein wichtiges Instrument zur Verwirklichung der Naturschutzziele des Verbandes dar.

Heute zählt der NABU-Landesverband über 75.000 Mitglieder, die in rund 120 Kreis- und Ortsgruppen im ganzen Land organisiert sind. Diese packen vor Ort an und bringen Kindern wie Erwachsenen die Natur vor der eigenen Haustür etwa durch Führungen näher, mischen sich aber ebenso in die Politik ein und bringen ihre Expertise in Sachen Naturschutz ein. In NABU-Trägerschaft befinden sich zudem fünf NABU-Naturschutzstationen und vier Umweltbildungseinrichtungen.